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Netter Blickkontakt mit einem Jungen.

Gänsefamilie am Neckar

Schlagworte: Dokumentation, Natur, Tier

Eine Gänse-Grossfamilie 

Über knapp 3 Monate hinweg habe ich Gänse in Neckartenzlingen beobachtet – unsystematisch und wie es gerade passte. Im Zentrum steht eine Nilgans-Familie, die ihre 5 Jungen aufzieht, wozu sich dann die von mir sog. „Neckargänse“ gesellen – wie eine Patchwork-Familie. Die „Neckargänse“ sind vermutlich halb verwilderte Hausgänse. Auch eine Mönchsgans näherte sich den Nilgänsen an, Schwäne und Stockenten tauchten auf. Wie haben die Tiere miteinander interagiert?

Die Nilgans steht im Zwielicht. Sie besiedelt fast den ganzen afrikanischen Kontinent, war im 17. Jahrhundert aber auch auf dem Balkan heimisch. Früher in Mitteleuropa als Ziervogel gehalten, hat sie sich in den letzten Jahrzehnten als „Gefangenschaftsflüchtling“ von Holland aus rheinaufwärts ausgebreitet. Es wird diskutiert: Sind Nilgänse expansiv-aggressiv gegenüber anderen Wasservögeln oder nicht? Ihr Kot stört die Menschen in den Parks. An manchen Orten werden sie inzwischen als Plage erlebt und man streitet über Wege der Abhilfe. Es wurde beobachtet, daß sie sogar Wanderfalken von ihrem Nistplatz vertreibt. Bei meinen – begrenzten – Beobachtungen verhielt sich die Nilgans-Familie überwiegend „integrativ“ den anderen Gänsen gegenüber – allerdings: nachdem sie diesen Ort für sich besetzt hatte.

Die Verhaltensforschung hat Wichtiges zu den Gänsen zu sagen. Konrad Lorenz (im Dritten Reich leider Anhänger der Rassenideologie), lebte mit Graugänsen und beforschte sie. Aus seiner Sicht hat „die Graugans ein dem Menschen … analoges Familienleben“ (1982, S. 17). „Gänse besitzen eine wahrhaft menschenähnliche Fähigkeit zu trauern.“ (S. 31). Er sah besondere Ähnlichkeit der „tiefen Emotionen“ zwischen Hund, Gans und Mensch. Ich finde diese Aussagen über das Gefühlsleben von Tieren sehr bemerkenswert. Meine in den Subtexten der Fotos den Gänsen zugeschriebenen Gefühle sind allerdings eher unterhaltsam gedacht.

Hier noch einige Zitate von Konrad Lorenz, die seine Begeisterung für die Gänse zeigen (in: Das Jahr der Graugans, 1982, S. 23-25):

„Ich empfinde es als einen unaussprechlichen Reiz, wenn freifliegende Vögel von weither auf mich zukommen. Der arme – aber auch böse – Mensch sieht die wilden Tiere ja fast immer nur von hinten! … es gibt kaum ein Tier, das nicht flieht, wenn es das Herankommen des Menschen rechtzeitig bemerkt.“

„Da höre ich über mir, hoch in der Luft, vorüberfliegende Gänse rufen, gebe Antwort und bekomme sofort Rückantwort. Und zwar … von einer Schneegans. … Sekunden später fiel der weiße Vogel aus den Wolken und landete dicht bei mir.“

Jeden Morgen … sitze ich und warte auf die Gänse, und jeden Morgen ist ihre Ankunft das gleiche Fest für mich, das gleiche Wunder, wenn sie ihren Flügelschlag einstellen, im Gleitfluge langsam an Höhe verlieren, in steilem Sturzfluge zu uns kommen und ganz nahe bei uns einfallen.“

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