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Mit großen Optiken im Elsass – Ein Bericht von Helmut Kober

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Markierungsarbeiten auf der A 8 zwischen dem Kreuz Stuttgart und dem Leonberger Dreieck, sechs Kilometer stockender Verkehr, so lauteten die Verkehrsnachrichten an diesem Samstagmorgen. In Wahrheit benötigten wir für die „paar“ Kilometer eineinhalb Stunden und das bei einer Affenhitze an diesem heißen Tag. Das fängt ja schon gut an, dachten sich die siebzehn Fotofreunde, die am 19. Juli auf dem Weg nach Saverne ins Elsass waren. Doch ab Leonberg lief alles wie am Schnürchen. Um 12.30 Uhr kamen wir im Hotel Chez Jean in der Innenstadt von Saverne an und konnten dann auch schon die Zimmer beziehen.

Mit einem Rundgang durch die Innenstadt machten wir uns mit den Örtlichkeiten vertraut. Die ersten Fotos wurden beim Schleusen eines Ausflugsbootes mitten in Saverne geschossen. Dort verläuft der Rhein-Marne-Kanal quer durch die Altstadt, was seinen besonderen Reiz hat.

Am frühen Nachmittag ging es mit den Kleinbussen weiter über Lützelburg immer am Kanal entlang bis zu den ehemaligen Schleusentreppen von Arzviller. Mit über siebzehn Schleusen, verteilt auf eine Länge von vier Kilometer, wurde ein Höhenunterschied von 44,5 Meter überwunden. Dies stellte natürlich ein Hindernis bei der Befahrung des Kanals mit Frachtkähnen dar. Deshalb wurde 1964 die Schleusentreppe durch das Schiffshebewerk nahe dem Örtchen St. Louis ersetzt und 1969 in Betrieb genommen. Dieses technische und in Europa einmalige Bauwerk war unser eigentliches Ziel an diesem Tag. Doch leider war das Schiffshebewerk aufgrund einer technischen Betriebsstörung außer Betrieb und nicht zugänglich. So mussten wir uns mit dem fotografieren der alten Schleusenanlagen zufrieden geben. Entlang dieser ehemaligen Schleusentreppe führt ein Rad- und Wanderweg durch die idyllische Landschaft. Die ehemaligen Schleusenanlagen sind inzwischen ein Biotop der besonderen Klasse. Die technischen Überreste aus dem 19. Jahrhundert werden Zug um Zug von der Natur zurück erobert.

In einigen der siebzehn Schleusenhäuser wurden Bars und Bistros eingerichtet. Bei der Hitze an diesem Tag brachte das eine willkommene Erfrischung und dazu noch Erholungspausen für uns. Auf der Rückfahrt nach Saverne wurde das Örtchen Lützelburg mit seiner Burgruine eingehend besichtigt. Besonders die Bierstub, „Zur Eselsbahn“, nahe am Kanal gelegen, war unser Treffpunkt. Hier gab es kühle Erfrischungen für jeden Geschmack. Besonders das Bier hatte es uns angetan. Mit einem guten elsässischen Abendessen im Hotel wurde dieser schöne Tag „fast“ beschlossen. Ein paar ganz Verwegene ließen es sich nicht nehmen, das Schloss Rohan und die Altstadt von Saverne bei Nacht auf den Speicher zu bannen.

Der Sonntag bescherte uns einen Besuch in Frankreichs ältestem Rosengarten (1893 angelegt). Hier konnten sich die Makrofreunde austoben. Über Marmoutier mit Besichtigung der romanischen Abteikirche ging es weiter nach Molsheim. Dort konnten bei einem Rundgang die alten Häuser besichtigt werden. Eine Besonderheit stellte das ehemalige Zunfthaus der Metzger dar. Hier wurden zwischen 1924 und 1931 die legendären Rennwagen von Bugatti gebaut. Ein Museum erinnert noch an die glanzvollen Tage des Rennsports.

Nach diesen elsässischen Höhepunkten setzen wir die Fahrt über Straßburg, Kehl und Freudenstadt in Richtung Reutlingen fort. In der Nähe von Rottenburg machten wir ein letztes Mal halt. Im Brauereigasthof Krone in Baisingen konnten wir die exzellente schwäbische Küche genießen. .So ging ein schöner Ausflug zu Ende.

Übrigens: Der Rhein-Marne-Kanal verbindet Straßburg mit Vitry-le-Francois am Marne-Seitenkanal und wurde 1853 in Betrieb genommen.

Bilder: Helmut Kober und Gabriele Grimm

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